Nagold – 3. September 2026 – Der Markt für Edge AI wächst schnell, angetrieben durch den Bedarf an Echtzeit-Datenverarbeitung und Datenschutz. Mit der steigenden Zahl der Anwendungen wird es immer wichtiger, Systeme flexibel und skalierbar auszulegen. Doch wer ein Edge-AI-System entwickelt, bindet sich mit der Wahl des Prozessors oft an eine bestimmte Plattform. Denn viele Hersteller bieten ihr eigenes System-on-Module (SoM) mit proprietärem Pinout an. Ein späterer Wechsel des Anbieters oder auf eine neue Prozessorgeneration ist dann meist mit hohem Aufwand verbunden. Deshalb nimmt endrich mit den E1M-Modulen von Alp Lab aus Schweden einen herstellerneutralen Modulstandard für Edge-AI-Systeme in sein Portfolio auf.
„Für Entwickler und Systemarchitekten zählt bei Edge-AI-Systemen nicht nur Rechenleistung, sondern auch Planungssicherheit, um zeit- und kostenaufwendige Redesigns zu vermeiden“, sagt Antonio Rodas, Chief Technology Officer bei endrich. Hier setzt Alp Lab mit seinem offenen E1M-Standard an: Er definiert ein einheitliches mechanisches und elektrisches Interface für Edge-AI-Module, sodass verschiedene Prozessorplattformen auf derselben Trägerplatine eingesetzt werden können. Beim Wechsel auf einen leistungsfähigeren Prozessor genügt dann in vielen Fällen der Austausch des Moduls. „Die Alp Lab-Module ergänzen unser KI-Portfolio, weil sie unseren Kunden dabei helfen, Entwicklungsaufwand zu verringern. So können wir als Systemintegrator den Aufbau langfristig tragfähiger Edge-AI-Lösungen noch gezielter unterstützen“, erklärt Antonio Rodas.
Alp Lab hat drei E1M-Module mit unterschiedlicher Rechenleistung entwickelt: das E1M-AEN mit 0,25-0,5 TOPS, das E1M-X V2N mit 4 TOPS und das E1M-X V2N+M1 mit 29 TOPS. Die Produktfamilie E1M gibt es im Formfaktor 35 x 35 mm und die E1M-X in 45 x 65 mm. Die Module eignen sich etwa für die industrielle Bildverarbeitung, Predictive Maintenance, Drohnen, Robotik sowie Smart Infrastructure. Sie sind auch für raue Umgebungen ausgelegt und arbeiten in einem Temperaturbereich von -40 °C bis +85 °C. Ergänzend zur Hardware gibt es das Alp Lab Software Development Kit (Alp SDK) mit einer einheitlichen C/C++-API auf Basis von Arm CMSIS, die die Laufzeitumgebungen von vier Prozessorherstellern (Alif, NXP, Renesas und DeepX) zusammenfasst. Die Firmware muss nur einmal entwickelt werden: Derselbe Code läuft auch auf anderen E1M-Modulen.
Veröffentlicht am 03.09.2026